IdA II: Menschen mit Behinderung

Im September 2010 erfolgte ein 2. Aufruf zur "Erhöhung der Beschäftigungschancen von Menschen mit Behinderungen durch die Förderung transnationaler Mobilitätsvorhaben und Expertenaustausche". 45 Projektverbünde gingen ab Frühjahr 2011 an den Start, ausgestattet mit einem Finanzvolumen von rund 46,2 Mio. EUR aus dem Europäischen Sozialfonds und 6,3 Mio. EUR aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Außerdem erhielten die Projektverbünde 3 Mio. EUR aus dem Ausgleichsfonds beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Insgesamt sollten 4.000 TeilnehmerInnen, davon ca. 800 Menschen mit einer anerkannten Schwerbehinderung, die Chance erhalten, ihre beruflichen Perspektiven zu verbessern.  

Schwerpunkt des Aufrufes bildete ein begleiteter ein- bis sechsmonatiger Auslandsaufenthalt (Praktikum, Training, Jobcamp) in einem Mitgliedsstaat der EU. Mit Blick auf die bereits bestehende Förderstruktur für Menschen mit Behinderungen stellte IdA ein ergänzendes Förderinstrument dar. Gefördert wurden Projektverbünde unter Beteiligung der örtlichen Träger der Grundsicherungsstellen (Jobcenter), Agenturen für Arbeit sowie von Verbänden, Integrationsfachdiensten, Rehabilitationsträgern und Selbsthilfeorganisationen behinderter Menschen.

Förderziele und -schwerpunkte

  • Mit Auslandsaufenthalten die Chancen auf einen Ausbildungsplatz für behinderte SchülerInnen wie auch SchulabgängerInnen erhöhen
    Durch berufsvorbereitende Trainings, Kurzzeitqualifikationen und Praktika im EU-Ausland soll die Ausbildungs- und Berufsreife von jungen behinderten SchülerInnen sowie SchulabgängerInnen gefördert und die Ausbildungs- und Beschäftigungsfähigkeit verbessert werden.
  • Durch Praktika im EU-Ausland den Übergang von beruflicher Erstausbildung in Beschäftigung für junge arbeitslose Menschen mit Behinderung fördern
    Die Phase des Übergangs von Ausbildung in den Beruf verläuft gerade für Ausbildungsabsolventen mit Behinderung nicht reibungslos. Der Erwerb von berufsbezogenen Erfahrungen in Form von Praktika im EU-Ausland kann dazu beitragen, den Übergang in Beschäftigung zu erleichtern.
  • Die Arbeitsmarktintegration von arbeitslosen Erwachsenen mit einer Behinderung durch Praktika im Ausland unterstützen
    Für arbeitslose Erwachsene mit einer Behinderung gestaltet sich die Rückkehr aus der Arbeitslosigkeit in den Arbeitsmarkt als besonders schwierig. Insbesondere qualifizierten Erwachsenen mit Berufserfahrung soll ermöglicht werden, in ihrem Berufsfeld Praktika und Hospitationen in Unternehmen, Betrieben und öffentlichen Einrichtungen im EU-Ausland durchzuführen.
  • Transnationale Studienbesuche von ArbeitsmarktexpertInnen und VertreterInnen von Selbsthilfeorganisationen der Menschen mit Behinderungen initiieren
    Begleitend zu den oben aufgeführten Auslandsaufenthalten der Teilnehmenden können transnationale Studienbesuche und Austausche nach Deutschland mit ArbeitsmarktexpertInnen und mit VertreterInnen von Selbsthilfeorganisationen der Menschen mit Behinderungen durchgeführt werden.

Die 45 Projektverbünde verteilten sich wie folgt auf die Bundesländer:

Baden-Würtemberg2Niedersachsen2
Bayern2Nordrhein-Westfalen9
Berlin2Rheinland-Pfalz1
Brandenburg2Schleswig Holstein1
Hamburg1Sachsen6
Hessen5Sachsen-Anhalt6
Mecklenburg-Vorpommern4Thüringen2